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Pressemitteilung vom 03.04.2006
Schnitt in die Erdgeschichte Weltnaturerbe Grube Messel erhält neues Besucherinformationszentrum
Der Wettbewerb für den Bau des Besucherinformationszentrums Grube Messel wurde am Donnerstag entschieden. Ein Preisgericht, dem u. a. Prof. Dr. J.-F. Leonhard, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst angehörte, hat sich für die Wiesbadener Arbeitsgemeinschaft aus dem Architekturbüro Zaeske + Maul Architekten und dem Planungsbüro Die LandschaftsArchitekten. Bittkau-Bartfelder + Ingenieure entschieden. Alle Beteiligten sind zufrieden und loben den überzeugenden Entwurf, der Architektur mit viel Fingerspitzengefühl in die Landschaft integriert.
"Wir glauben, dass wir mit unserem Entwurf die richtige Antwort für diesen Ort gefunden haben," sagt Wolfgang Zaeske, Inhaber des Architekturbüros. "Das von uns entworfene Gebäude ist sehr zurückhaltend und folgt in seiner Ausformung den hier angetroffenen Erdschichten. Die angestrebte Verschmelzung von Bauwerk und Landschaft wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Dachflächen Teil des geforderten Themengartens werden. So entsteht eine architektonische Landschaft. "
Die Wettbewerbsaufgabe bestand darin, ein Besucherzentrum mit einer Hauptnutzfläche von ca. 740 qm zu entwerfen, das von einer Freianlage und Aussichtsebene umgeben wird. Ziel des Wettbewerbs war, Konzepte für die Neustrukturierung des Geländes und des Zentrums mit einem hohen gestalterischen Ausdruck zu erlangen, die dem Anspruch des Weltnaturerbes gerecht werden. Der Gesamtkostenrahmen des Bauvorhabens einschließlich Nebenkosten beträgt 3,4 Mio. Euro.
Der begrenzt offene Wettbewerb wurde als interdisziplinärer Realisierungswettbewerb nach GRW 1995 durchgeführt mit dem Ziel, Arbeitsgemeinschaften aus Architekten und Landschaftsarchitekten für den Bau des Besucherinformationszentrums zu finden. Betreut wurde er vom Hessischen Baumanagement Regionalniederlassung Süd. Insgesamt 40 Teams reichten ihre Entwürfe ein, darunter 8 gesetzte. Die weiteren 32 Teams wurden durch ein vorgeschaltetes Bewerbungs- und Losverfahren ermittelt, darunter befanden sich auch 5 kleine Büros bzw. Berufsanfänger.
Die Fossillagerstätte Grube Messel bei Darmstadt hat eine herausragende Bedeutung als Fossilienfundstätte und wurde 1995 in das Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen. Sie gibt Aufschluss über die frühe Evaluation der Säugetiere und dokumentiert die Entwicklungsgeschichte der Erde vor 47 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit bestimmten nach dem Aussterben der Saurier explosionsartige Veränderungen die Tier- und Pflanzenwelt. Der Ölschiefer der Grube birgt Fossilien, die das gesamte Spektrum der Lebewesen im Eozän (57 bis 36 Millionen Jahre v. Chr.) umfassen. Dieser Wert soll der Öffentlichkeit in angemessener Weise und unmittelbar zugänglich gemacht werden.
Alle prämierten Arbeiten finden sich mit Fotos und Entwurfserläuterung auf http://www.competitionline.de/site/20012003133010/20012003133010.php?wettbewerb_id=3949.
368 Wörter, 2801 Zeichen (inkl. Leerzeichen)
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